Stirnfalten sind die waagrechten Linien, die beim Hochziehen der Augenbrauen entstehen. Sie sind der Bereich, bei dem Zurückhaltung am wichtigsten ist — und der Bereich, an dem man schlecht gemachte Behandlungen am schnellsten erkennt.
Warum die Stirn heikler ist als die Zornesfalte
Der Musculus frontalis ist der einzige Muskel, der die Augenbrauen hebt. Schwächt man ihn zu stark, sinken die Brauen ab, das Oberlid wirkt schwerer und der Blick müder — genau das Gegenteil dessen, weswegen Menschen kommen. Deshalb behandle ich die Stirn selten isoliert und selten stark, sondern abgestimmt mit dem Gegenspieler, der Zornesfalte.
Bei manchen Gesichtern rate ich von einer Stirnbehandlung ab: Wer bereits tiefer stehende Brauen oder ein etwas schwereres Oberlid hat, hebt die Brauen dauerhaft leicht mit, um freie Sicht zu haben. Bei diesen Patienten würde eine Schwächung des Frontalis mehr stören als nützen.
Der Ablauf
- Analyse in Bewegung: Brauen heben, Stirn runzeln, Augen schließen. Ich sehe mir dabei die Brauenposition und die Lidöffnung an.
- Aufklärung und schriftliche Einwilligung.
- Wenige Einstiche über die Stirn verteilt, in niedriger Dosis.
- Nachkontrolle nach 14 Tagen — hier wird bei Bedarf nachgelegt, nie umgekehrt.
Wirkung und Haltbarkeit
Sichtbar nach drei bis sieben Tagen, vollständig nach etwa zwei Wochen, Dauer in der Regel drei bis vier Monate. Ziel ist nicht die glatte Stirn, sondern eine Stirn, die sich noch bewegt und deren Linien weicher sind.
Risiken
- Absinken der Augenbrauen bei zu hoher Dosis — der Grund, warum ich niedrig beginne
- Ein schwerer wirkendes Oberlid
- Blaue Flecken, Kopfschmerzen in den ersten Tagen
- Vorübergehende Asymmetrie, etwa eine Braue, die höher steht als die andere
Nicht behandelt wird in Schwangerschaft und Stillzeit, bei neuromuskulären Erkrankungen, bei Infektionen im Behandlungsgebiet und bei bekannter Überempfindlichkeit.
Was Sie danach beachten
- Am selben Tag kein Sport, keine Sauna
- Die Stirn einige Stunden nicht massieren
- Etwa vier Stunden nicht flach hinlegen
Kosten
Die Behandlung mit Botulinumtoxin kostet 200 € für eine Region. Werden Stirn und Zornesfalte gemeinsam behandelt, sind das zwei Regionen: 320 €; drei Regionen 400 €. Dauer etwa 20 bis 25 Minuten.
Die Kontrolle nach zwei Wochen ist darin enthalten. Alle Preise finden Sie unter Preise; maßgeblich ist der Kostenvoranschlag im Erstgespräch. Ästhetische Behandlungen ohne medizinische Indikation werden von der Krankenkasse nicht ersetzt. Das Erstgespräch dauert etwa 25 Minuten.
Häufige Fragen
Kann man die Stirn allein behandeln?
Technisch ja, sinnvoll oft nicht. Ohne Abstimmung mit den Muskeln, die die Braue nach unten ziehen, verschiebt sich das Gleichgewicht und die Brauen sinken. Ich sehe mir deshalb immer beides an.
Warum wirkt bei mir eine Stirnhälfte stärker?
Gesichter sind nicht symmetrisch, Muskelkraft ist es auch nicht. Kleine Unterschiede sind normal und lassen sich bei der Nachkontrolle nach zwei Wochen ausgleichen.
Bleiben die Linien ganz weg?
Die Bewegungslinien ja, weitgehend. Tief eingegrabene Ruhefalten werden weicher, brauchen aber Zeit und mehrere Intervalle.
Tut die Behandlung weh?
Die Einstiche mit sehr feinen Nadeln sind kaum spürbar. Eine Betäubung ist nicht erforderlich.
Wie lange dauert der Termin?
Etwa 20 bis 25 Minuten inklusive Besprechung. Die Injektionen selbst dauern nur wenige Minuten.
Wie viele Einheiten braucht die Stirn?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil die Muskelstärke individuell sehr unterschiedlich ist. Ein kräftiger Frontalis braucht mehr als ein zarter, ein hoher Haaransatz eine andere Verteilung als ein niedriger. Ich beginne bewusst im unteren Bereich dessen, was sinnvoll erscheint. Reicht es nach zwei Wochen nicht, legen wir bei der Nachkontrolle nach. Diese Reihenfolge ist wichtig: Zu wenig lässt sich in fünf Minuten korrigieren, zu viel kostet drei Monate.
Was Botulinumtoxin an der Stirn nicht leistet
Waagrechte Stirnlinien haben zwei Anteile: den beweglichen und den, der sich über Jahre in die Haut eingegraben hat. Der bewegliche Anteil verschwindet zuverlässig. Der eingegrabene wird weicher, weil die Haut nicht mehr ständig neu gefaltet wird — das braucht aber mehrere Intervalle und hängt von der Hautqualität ab. Wer eine spiegelglatte Stirn erwartet, wird enttäuscht sein; wer eine ruhigere Stirn möchte, in der Regel nicht.
Sonnenschutz zählt hier mehr als anderswo
Die Stirn bekommt im Alltag mehr UV-Strahlung ab als fast jede andere Gesichtsregion. Wer die Linien langfristig flach halten will, kommt an konsequentem Lichtschutz nicht vorbei. Das ist unspektakulär und kostet einen Bruchteil einer Behandlung, wirkt aber über Jahre stärker.
Kombination mit anderen Bereichen
In der Praxis wird die Stirn selten allein behandelt. Die Abstimmung mit der Zornesfalte ist fast immer Teil des Plans, häufig auch die Krähenfüße, damit das Gesicht in Bewegung stimmig bleibt. Einen Überblick über alle Bereiche finden Sie auf der Seite zu Botulinumtoxin.
Unsicher, ob die Stirn bei Ihnen behandelt werden sollte? Das klären wir im Gespräch.
Medizinisch verantwortlich: Dr. Jan Gumilar, Arzt für Allgemeinmedizin — Wahlarztordination für Ästhetische Medizin, Brandstätte 3, 1010 Wien. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für ästhetische Botulinum- und Fillertherapie (DGBT).