Tränenrinne Wien

Die Tränenrinne ist die Vertiefung zwischen Unterlid und Wange. Sie ist der Bereich, zu dem ich die meisten Anfragen bekomme — und der, bei dem ich am häufigsten abrate. Nicht aus Vorsicht um der Vorsicht willen, sondern weil dunkle Augenringe mehrere sehr verschiedene Ursachen haben und nur eine davon mit Filler gut behandelbar ist.

Vier Ursachen, die gleich aussehen

  • Volumenverlust. Das Fettpolster im Mittelgesicht sinkt ab, es entsteht eine echte Rinne mit Schattenwurf. Das ist die Form, die mit Hyaluron sehr gut behandelbar ist.
  • Dünne Haut mit durchscheinenden Gefäßen. Der bläuliche Ton kommt nicht von einem Schatten, sondern vom Gewebe darunter. Filler bringt hier wenig und kann den Bereich sogar dicker und bläulicher wirken lassen.
  • Pigmentierung. Bräunliche Verfärbung der Haut, oft genetisch. Mit Volumen nicht lösbar — hier geht es um Hautpflege, Lichtschutz und gegebenenfalls andere Verfahren.
  • Vorgewölbtes Fett oder Lidschwellung. Die klassische Tränensackbildung. Das ist ein chirurgisches Thema, kein Filler-Thema. Volumen davor gesetzt macht es meist voller, nicht besser.

Häufig liegt eine Mischung vor. Im Erstgespräch sehen wir uns an, welcher Anteil bei Ihnen überwiegt — auch mit einfachen Tests wie der Veränderung im Liegen oder unter unterschiedlichem Licht.

Wenn Filler sinnvoll ist

Bei echtem Volumenverlust wird sehr sparsam gearbeitet: kleine Mengen, tief und knochennah platziert, meist mit einer stumpfen Kanüle, und mit einem Präparat, das wenig Wasser bindet. Häufig genügt weniger als ein halber Milliliter pro Seite. Bei diesem Areal ist zu wenig immer besser als zu viel — nachlegen kann man, wegnehmen ist aufwendiger.

Der Ablauf

  • Analyse der Ursache und Aufklärung darüber, welcher Anteil überhaupt behandelbar ist.
  • Wenn sinnvoll: Behandlung mit Betäubungscreme, meist 20 bis 30 Minuten.
  • Schwellung in den ersten Tagen, blaue Flecken sind in diesem Areal nicht selten.
  • Nachkontrolle nach zwei bis vier Wochen. In der Tränenrinne beurteile ich später als anderswo, weil die Schwellung länger braucht.

Haltbarkeit

Die Tränenrinne ist ein wenig bewegtes Areal, entsprechend hält das Material lange: häufig zwölf bis achtzehn Monate, manchmal darüber hinaus.

Risiken — hier besonders relevant

  • Anhaltende Schwellung im Unterlid- und Wangenbereich, die Wochen bestehen bleiben kann
  • Bläulicher Schimmer, wenn Material zu oberflächlich liegt
  • Tastbare oder sichtbare Unregelmäßigkeiten
  • Blaue Flecken, hier häufiger als in anderen Arealen
  • Selten Infektion oder verzögerte Entzündungsreaktion
  • Sehr selten Gefäßverschluss. In der Nähe der Augenhöhle ist das die ernsteste denkbare Komplikation. Deshalb wird knochennah, langsam und mit Kanüle gearbeitet, und deshalb ist Hyaluronidase in der Ordination vorrätig.

Nicht behandelt wird in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Entzündungen im Behandlungsgebiet, bei ausgeprägter Lidschwellung oder Neigung zu Wassereinlagerungen und bei bekannter Überempfindlichkeit.

Was Sie danach beachten

  • Kopf in den ersten Nächten leicht erhöht lagern
  • 24 Stunden kein Sport, keine Sauna
  • Nicht reiben, nicht massieren
  • Salzarme Ernährung in den ersten Tagen kann die Schwellung mildern

Kosten

Behandlung der Tränenrinne mit Hyaluronsäure: 380 € je Termin, Dauer etwa 30 Minuten. Ein späteres Auflösen mit Hyaluronidase kostet 100 €.

Wenn ich zu dem Schluss komme, dass eine Behandlung bei Ihnen nicht sinnvoll ist, bleibt es beim Erstgespräch. Alle Preise finden Sie unter Preise; maßgeblich ist der Kostenvoranschlag im Erstgespräch. Das Erstgespräch dauert etwa 25 Minuten.

Häufige Fragen

Verschwinden meine Augenringe damit ganz?

Wenn der Schatten von einer echten Rinne kommt: weitgehend. Wenn Pigment oder durchscheinende Gefäße die Ursache sind: nein. Deshalb steht die Ursachenklärung am Anfang und nicht die Behandlung.

Ich sehe nach der Behandlung geschwollen aus. Ist das normal?

In den ersten ein bis zwei Wochen ja. Hält es länger an, melden Sie sich — anhaltende Schwellung in diesem Areal ist bekannt und behandelbar, unter anderem durch Auflösen des Materials.

Kann man es wieder entfernen?

Ja, mit Hyaluronidase. Gerade in diesem Areal ist die Auflösbarkeit ein wesentliches Sicherheitsargument.

Warum arbeiten Sie mit so kleinen Mengen?

Weil die Haut hier dünn ist und jeder Millimeter sichtbar wird. Ein zu volles Unterlid altert das Gesicht optisch, statt es zu erfrischen.

Tut die Behandlung weh?

Mit Betäubungscreme ist die Behandlung gut verträglich. Gearbeitet wird meist mit einer stumpfen Kanüle, die das Gewebe schont.

Sie möchten wissen, woher Ihre Augenringe kommen? Das klären wir zuerst.

Medizinisch verantwortlich: Dr. Jan Gumilar, Arzt für Allgemeinmedizin — Wahlarztordination für Ästhetische Medizin, Brandstätte 3, 1010 Wien. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für ästhetische Botulinum- und Fillertherapie (DGBT).